IDS 2013

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Endlich unser erster Kobudo-Lehrgang

Am 21./22. Februar war es soweit. Unser erster Kobudo-Lehrgang konnte stattfinden. Vereinsmitglieder aus unserer Kobudogruppe waren natürlich dabei, aber auch Mitglieder unserer Koryu Uchinadi Kempp Jutsu - Gruppe, sowie der Ü30-Gruppe. Dazu kamen noch Teilnehmer aus Bad Wildungen und Fulda.

Mit Rivo Rasolofoson (3. Dan Yamane-Ryu Kobu-Jutsu) konnten wir einen sehr erfahrenen Praktizierenden der okinwanischen Waffenkampfkunst "Kobudo" als Referenten gewinnen. Rivo begann im Jahr 1975 mit 11 Jahren mit Shotokan Karate und gelangt über Shorinji-Kenpo mit 16 Jahren schließlich zum Wado-Ryu Karate. 1998 begann er Yamane-Ryu Kobu-Jutsu und Koryu Uchinadi unter Patrick McCarthy Sensei zu üben. Yamane-Ryu ist der vielleicht älteste noch erhaltene Kobudo-Stil Okinawas und geht direkt auf Sakugawa Kanga (1762 – 1834) zurück. Über Chinen Kara (1797 – 1881), Chinen Sanda (1842 – 1925) und Oshiro Chojo (1887 – 1935) gelangte der Stil zu Kinjo Hiroshi (1919 – 2013) und Richard Kim (1917 – 2001) und wurde von diesen an Patrick McCarthy weitergegeben.

Rivo eröffnete das Seminar am Samstag pünktlich um 09:00 Uhr mit einer kurzen Theorieeinheit über die geschlichtlichen Hintergründe und technischen Besonderheit des Yamane-Ryu. Im Kontrast zu anderen "modernen" Kobudo-Stilen wie Matayoshi-Kobudo oder Ryukyu-Kobudo Tesshinkan, zeichnet sich das Yamane-Ryu durch schnelle, fließende und runde Bewegungen aus. Das System legt den Fokus stets auf die Anwendbarkeit der Techniken in der Realtität, weshalb die Funktion der Bewegung die Form bestimmt und nicht umgekehrt. Dies führt dazu das Einzel- und Partnerübungen eng miteinander verbunden sind und der Fokus ganz klar auf der Arbeit mit dem Partner liegt. Die Form dient lediglich zur Vermittlung von Prinzipien und Details.

So war es auch nicht verwunderlich das wir direkt mit einer Bo-Partnerform in den Lehrgangstag starteten. Peichin-Kumi-Bo stand auf dem Programm, welches eine Vielzahl unterschiedlichster Anwendungen aus diversen Kata, wie Koryu-no-Kon, Sakugawa-No-Kon oder Chinenshikiyanaka-No-Kon enthält. Immer wieder korrigierte Rivo die Teilnehmer, um ihren Fokus auf die strategischen und taktischen Aspekte der Techniken zu lenken. So war es an der einen anderen Stelle notwendig, den Bo mal durch das Eku (Paddel) auszutauschen um die Perspektive auf die Hand- und Körperhaltung zu verändern.

Im weiteren Verlauf des Seminars war es den Teilnehmern möglich sich mit weiteren Waffen zu beschäftigen. Während sich ein Teil der Gruppe mit den Grundprinzipien des Flying Kama (Sicheln zur Reisernte mit einem Seil zum Schwingen und Wirbeln) beschäftigte, widmeten wir uns intensiv diversen Partnerformen mit Sai und Tonfa bevor wir zum Abschluß einen intensiveren Blick auf die Kata Koryu-No-Kon warfen und an Details feilten.

Am Sonntag wurde das Erlernte wiederholt und noch ausgeweitet. Neben dem Bo kamen auch wieder die Kurzwaffen an die Reihe. Die Jüngeren, aber nicht nur, begannen mit POI zu üben. Eine gute Vorübung für die fliegenden Sicheln, die man dann doch nicht so schnell um sich herum schwirren haben möchte.

Die nächsten Wochen und wohl auch Monate wird unsere Kobudogruppe gut zu tun haben, viele Lehrgangsinhalte nachzuarbeiten. Wer sich auch dafür interessiert: die Kobudogruppe trainiert freitags ab 20.00 Uhr in der unteren Halle der Anne-Frank-Schule. Interessenten sind willkommen, bitte einen langen Stock mitbringen.

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